‚Annäherung‘

Portrait/ Zeichnung/ Text/ Film 2018
zu meiner Arbeit:
Bei einem sehr offenen Treffen und kurzem Kennenlernen mit der Familie A. waren sie bereit mir von ihrem Leben vor dem Krieg in Syrien und ihrer kriegsbedingten Flucht zu berichten.

Ich war sehr von ihrer sanften, herzlichen und offenen Art angetan. Die Familie ist seit 2 Jahren in Deutschland und hat jetzt seit wenigen Wochen in der Nähe von Ahrensburg, eine eigene Wohnung. Ali und Ahmed gehen zur Schule und bekommen ehrenamtlich Sprachunterricht von einem jungen Mann.
Ghiada und Shaman sind ebenfalls sehr aktiv um die Sprache in Kursen zu erlernen.
Das aufgezeichnete Gespräch und die Portraitfotos stellen die Grundlage meiner Arbeit dar.

 

Diese fotografische und filmische Arbeit ist als eine Form der Annäherung von beiden Seiten und eine subjektive Interpretation ihrer Geschichte vom mir zu verstehen.

Das Ziel meiner Arbeit ist es, für das Erlebte und auch das Unaussprechliche, das ich nur erahnen kann, einen Ausdruck zu finden, sowie auch ihrem natürlichen Wunsch nach Normalität und Freude, Raum zu geben.
Meine ergänzenden Skizzen sind eine Annäherung, um den Erlebnissen und Wünschen nachzuspüren, diese aufzugreifen und festzuhalten. Um das Ungreifbare zu beschreiben, sind sie ein Versuch nachzufühlen, damit es in etwas Sichtbares mündet, welches einen Wandel möglich macht.
„Meiner Erfahrung nach ist die Lösung für klassische Vorurteile die persönliche Begegnung. Wenn man mit einem anderen Menschen persönlich bekannt ist, kann man nicht umhin, ihn als Menschen ‚wie du und ich‘ zu sehen, ganz gleich, welcher Religion, Nationalitat oder Rasse er angehört.“
britischer Historikers Arnold J.Toynbee (1889–1975)

Diese Arbeit wird grade von Mai 2018-Oktober 2018 im Kunstforum in Pampin ausgestellt.

Durch meine Arbeiten als Fine-Art-Artist zieht sich der rote Faden eines Themas, das gut ausgedrückt durch ein Schriftzeichen, den Begriff ‚ MYO‘ aus dem Buddhistischen Mantra: ‚Nam myo ho renge kyo‘, dargestellt wird. ‚MYO‘ umfasst folgende Inhalte: Öffnen, Wiederbeleben, vollkommen Ausgestattet sein. Es ist ein japanisches Schriftzeichen und steht für alles Latente, Unsichtbare, Ungreifbare aber auch für das Potential in allem Leben. Damit steht es zum Beispiel auch für eine Knospe oder einen Samen, die/der aufgeht, sobald die nötigen Umstände dafür erscheinen. Das Mantra wird ( nach Nichiren Daishonin) als das mystische Lebensgesetz und als der Titel von Lotussutra bezeichnet. Diese Bezeichnung bezieht sich auf Shakyamuni Buddha und nach dem Buddhismus von Nichiren Daishonin und der Soka Gakkai International, einer Grassroot Friedensbewegung, der ich seit 1989 angehöre.

Anja Zander 2018